Bei unserer letzten Münzbörse hatte ich das Glück eine besondere Münze zu finden. Beim routinemäßigen durchstöbern einer Münzwühlkiste fiel mir eine kleine Münze auf, die zwischen gängigen Silbermünzen in einer Plastikhülle steckte. Obwohl ich sie näher betrachtete, konnte ich nicht festsellen um was fürn eine Münze es sich handelte. Auf gut Glück erwarb ich das unbekannte Stück und nahm es mit nach Hause um genauer darauf zu schauen.
Es handelt sich um ein Silberstück mit einem Durchmesser von 2 cm., ziemlich patiniert und offenbar alt. Auf beiden Seiten jeweils ein Wappen mit Umschrift, die sehr deutlich erkennbar war.
Das Wappen der Vorderseite ( Spanischer Schild) hat 5 Teile, jeweils 4 in den Ecken mit diagonal 2 Adlern und 2 Hirschgeweihen, sowie ein Wappen in der Mitte mit einem nach links stehenden Löwen.
Das Wappen der Rückseite (Dreipaß) zeigt einen nach links stehenden Löwen. Der Löwe steht für Schwarzburg, der Adler für Arnstadt und das Geweih für Sondershausen.
Nach genauerer Untersuchung mit einer Lupe konnte ich folgenden abgekürzten Text erkennen:
Vorderseite –
GVNTER o HAN o GVN o CO o IN o SC : (Günther o Johann Günther o Graf o in o Schwarzburg)
Rückseite –
DO o IN o ARNS o SVNTERS o ET o LEV (Herr in Arnstadt o Sondershausen o und o Leutenberg)
Damit war für mich erkennbar, daß es sich um eine Münze der Grafschaft Schwarzburg handelt. Die Prägeherren waren die Brüder Günther XLI von Arnstadt und Johann Günther I. von Sondershausen. Gemeinsam prägten sie von 1556 bis1569 in Arnstadt. Nachdem allerdings Leutenberg erst 1564 in Besitz Schwarzburgs kam, ist die Münze nach diesem Jahr geprägt worden. Diese Münze wird allgemein als Spitzgroschen bezeichnet und auch bei Saurma unter Nummer 4345 so beschrieben (Variante).
Hilfreich war mir die Schrift „Abriß der Münzgeschichte Arnstadts — Beiträge zur Heimatgeschichte 6/1986“ von Günther Röblitz